Zur allgemeinen Erheiterung und als Snack zwischendurch, um sich auf den morgigen Feiertag vorzubereiten nachfolgend ein paar kleine, süße Geschichtchen. Wir wünschen guten Appetit!

Einst ging der Sultan Maḥmūd zur Moschee um dort einer Predigt zu lauschen und Talḥak folgte ihm. Als er dorthin gekommen war, predigte der Prediger, dass jedem, der sich der Unzucht mit einem Knaben schuldig gemacht habe, dieser am Tage des Jüngsten Gerichts auf den Nacken gesetzt werde, und er ihn über die Brücke [der Hölle ins Paradies] zu tragen habe. Da weinte der Sultan Maḥmūd bitterlich, doch Talḥak sagte ihm: „Wein‘ nicht, mein Sultan, sei frohen Mutes! Denn schließlich musst auch du an jenem Tag nicht zu Fuß gehen.“

Ein Mann behauptete Gott zu sein. Man brachte ihn vor den Kalifen, der zu ihm sagte: „Letztes Jahr kam auch einer hierher, der behauptete Prophet zu sein. Dann tötete man ihn!“

Der Mann erwiderte: „Recht so, ich hatte ihn nämlich nicht entsandt!“

Eine Schaar von Männern aus Qazvīn zog gegen die Ketzer ins Feld. Als sie zurückkamen, hatte jeder von ihnen den Kopf eines Häretikers auf einer Stange gespießt bei sich. Einer aber hatte einen Fuß auf seiner Stange. Man fragte ihn: „Wer hat den denn umgebracht?“, woraufhin er antwortete: „Na ich!“ – „Und warum hast du seinen Kopf nicht mitgenommen?“ – „Als ich an diesem ankam, war er schon fort.“

Man frage Mawlānā Aḍūd ad-Dīn: „Wie kommt, dass sich zur Zeit der [rechtgeleiteten] Kalifen so viele Menschen als Gott oder Propheten ausgaben, dem jetzt aber nicht mehr so ist?“, woraufhin er antwortete: „In unserer Zeit leiden die Menschen so sehr an Unterdrückung und Hunger, dass sie weder an Gott, noch seinen Propheten mehr denken.“

Mawlānā Šaraf ad-Dīn Dāmġānī kam am Tor einer Moschee vorüber, als ein Diener der Moschee einen Hund gepackt hatte und verprügelte. Der Hund jaulte jämmerlich. Der Mawlānā öffnete das Tor der Moschee, sodass der Hund zu fliehen vermochte, woraufhin der Moscheediener den Mawlānā beschimpfte. Jener sagte ihm daraufhin: „Sei nachsichtig, mein Freund! Der Hund hat keinen Verstand, und deshalb kam er zur Moschee. Uns andere, die wir Verstand haben, siehst du nie in der Moschee!“

Šams-i Muẓaffar sagte seinen Schülern eines Tages: „Ihr müsst lernen, solange ihr jung seid! Denn, was man in der Jugend lernt vergisst man nie. Es ist jetzt fünfzig Jahre her, seit ich die erste Koransure auswendiglernte und ich kann sie immer noch, obwohl ich sie seither nie wiederholt habe!“

Ein König hatte drei Frauen: eine Perserin, eine Araberin und eine Koptin. Eines Nachts schlief er bei der Perserin und fragte sie: „Wie spät ist es?“, woraufhin ihm die Perserin antwortete: „Es ist die Zeit der Morgendämmerung.“ Er fragte sie: „Woher weißt du das?“, und sie sagte: „Weil der Duft von Rosen und Basilienkraut aufsteigt und die Vögel zu singen begonnen haben!“ In der darauffolgenden Nacht schlief er bei der Araberin und stellte ihr die gleiche Frage. Sie antwortete ihm: „Es ist die Zeit der Morgendämmerung. Das weiß ich, weil die Perlen meiner Halskette kühl auf meiner Brust anliegen.“ Eine Nacht darauf schlief er bei der Koptin und stellte auch ihr die gleiche Frage. Sie aber antwortete ihm: „Es ist die Zeit der Morgendämmerung, das weiß ich, weil ich Wasser lassen muss!“

[Die Witze entstammen dem „Kulliyyāt“ von ʿUbayd-i Zākānī. Entnommen wurden sie aus der „Bibliothek arabischer Klassiker – Der Islam in Originalzeugnissen, Religion und Gesellschaft“ der Edition Erdmann. Der Abschnitt findet sich auf den Seiten 281ff, wurden im Wortlaut allerdings leicht von mir verändert. Unverständliche Witze wurden ausgelassen.]