Sufismus ist nur ein Name. Der ultimative Beweis für die Religion sind die Heiligen. Sie sind wunderhafte Erscheinungen der göttlichen Liebe und durch sie lernen wir den Propheten erst kennen. Der Prophet ist nicht einfach nur eine Theorie [die in Büchern festgehalten und von der Kanzel gepredigt wird]. Er war immer ein lebendiger Teil des Islams. Er war ein vollkommen verwirklichter, vollkommen bewusster, von Gott gesandter Mensch, der im Zentrum seiner Gesellschaft stand und seine Gesellschaft wunderhaft veränderte. Nachdem er verstarb, wurde der Gesandte das lebende Herz der muslimischen Frömmigkeit und definitiv das Zentrum des Sufismus. Es dauert eine Weile, bis die Menschen das lernen, denn im Westen sehen sie den Islam oftmals als eine Beschränkung auf eine Religion im mosaischen Stile. Doch diese ganze Buchstaben – Geist Dichotomie macht für uns keinen Sinn. Natürlich brauchen wir Buchstaben, denn wir brauchen Grenzen in unserem Leben, wir brauchen Regeln und Rituale, doch es gibt auch den Geist. Und das ist, was der Prophet IST. Er ist die das offenbarte Gesetz (Scharia), die ethische Grenze, doch ebenfalls die Himmelsreise (Miradsch), der spirituelle Aufstieg. Der Heilige im Islam ist daher derjenige, der die Größe des Propheten zeigt, denn sein Leben ist vollkommen in Harmonie mit den kleinsten Details der Sunna des Propheten und zwar aus vollkommener Liebe und Ergebung heraus. Das Ego ist verschwunden und nur die prophetische Form blieb. Die Ehre, die alte Weisheit, die Selbstlosigkeit, die Liebe zu den Anderen… du siehst es im Propheten und du siehst es im Heiligen. – Shaykh Abd al-Hakim Murad (Timothy Winter)