Wir wissen, dass „das Kalifat“ und „der islamische Staat“ in der Geschichte immer gerecht und toll waren, weil sie nämlich nach „der Scharia“ richteten und „die Umma“ eine wunderbare, funktionierend „Einheit war“ – und zwar „von Spanien bis China und Indonesien“. Ein Zeugnis für die Gerechtigkeit des seldschukischen Kalifats liefert uns Ibn al-Ǧawzī, welcher uns von einem hochrangingen „Staatsbeamten“ berichtet, dessen Bordelle aufgrund einer Epidemie vorrübergehend geschlossen werden sollten, um die Strafe Gottes vor Bagdad abzuwehren. Schlussendlich bezahlte „der islamische Staat“ dann gerechterweise auch Entschädigung für die Verdienstausfälle des ältesten Gewerbes der Welt, gegen welches man erst in Anbetracht der drohenden Strafe Gottes vorging.

Wie gut, dass damals alles besser war, alle Menschen Engel, und ein Kalif für die Scharia und alles so gesorgt hat. Lest selbst:

Im Monat Ḏū al-Qaʿda 469 AH [Mai/Juni 1077 AD] traten in Bagdad, Wasit und Sawad viele Krankheiten auf. Es gab so viele Tote, dass die Felder in der Steppe nicht abgeerntet werden konnte, da es niemanden mehr gab, der dies hätte tun können. Ähnliche Nachricht ereilte uns auch aus der Levante [aš-Šām].

Am zwanzigsten Tag des Monats Ḏū al-Qaʿda 469 AH [15. Juni 1077 AD] wurden dann in Bagdad die Treffpunkte der Sünde und die Häuser des Lasters geschlossen und niedergerissen. Die Lasterhaften flohen aufgrund einer Anordnung des Kalifen an den Oberbefehlshaber der Streitkräfte, der diese Einrichtungen jedoch als Lehen innehatte. Der Kalif wollte ihm dafür [d.h. für seinen Verlust aus seinen Einnahmen aus den Bordellen] 1000 Dinare als Entschädigung geben, was der Militärgouverneur allerdings mit der Begründung ablehnte, dass sich die Einnahmen normalerweise auf 1800 Dinare beliefen. Darüber wurde dann mit Niẓām al-Mulk korrespondiert, welcher seinerseits den Militärgouverneur entschädigte und die Einhaltung des Verbots anordnete.

Ibn al-Ǧawzī, Kitāb al-Munzaẓam, Beirut 1412/1992, Bd. 16, S. 183. Erstellt unter Zuhilfenahme einer Übersetzung von H. Preißler.