Es ist mir schon oft widerfahren, dass mich verschiedene Personen privat ansprechen, anschreiben und anrufen und eine ganz bestimmte Frage stellen: Brauch ich einen Lehrer, brauche ich einen spirituellen Pfad? Wie finde ich einen spirituellen Lehrer/einen spirituellen Pfad? Wie erkenne ich, welcher Pfad für mich ist? Fragen, auf welche die Antworten nicht so leicht sind, aber ich möchte hier einen groben Rahmen dafür zeichnen. Diese Antworten sind in keiner Weise vollständig oder umfassend. Vieles ist auch ein Produkt eigener Erfahrung. Ich versuche dennoch so objektiv wie möglich dies zu beantworten.

  1. Brauche ich einen spirituellen Pfad?

Die Gegenfrage wäre: Was will eine Person erreichen?

Der spirituelle Pfad (Ṭarīqa) ist der Versuch, die Theorien des Taṣawwuf wie Auflösung in Gott (Fanā), Bestehen durch Gott (baqāʾ) etc. zu realisieren und bezeichnet eine spirituelle Tätigkeit der Reinigung des Herzens, der Gedanken, des gesamten Seins von allem außer Gott, wodurch das Ego-Selbst kollabiert, in sich zusammenfällt. Das gesamte Sein außer Gott entweicht dem Herzen und dem Blick des Reisenden und er verliert sich selbst in Gott. Dies wird bei den Leuten des Taṣawwuf Fanā genannt und bezeichnet die erste Stufe des spirituellen Pfades. Diesen Pfad ohne einen Lehrer zu beschreiten ist für die große Mehrheit und Allgemeinheit unmöglich und ein Versuch kann drastische Folgen, physische Auswirkungen, psychische Störungen und seelische Krankheiten nach sich ziehen. Für jene, die dies ohne einen Lehrer können, sagen die Meister des Pfades, gilt es trotzdem einen Lehrer zu finden, da es der Brauch Gottes ist, diese durch Lehrer zu verwirklichen.

Ich hatte einst Ṭarīqa wie folgt definiert und denke, dass es die bestmögliche Definition ist:

„Der Weg, um auf Basis der Dīn im Rahmen der legitimen Religionsausübung durch verschiedene Entwicklungsstufen zu schreiten und zu höheren Seins-Zuständen in der Erkenntnis, Verwirklichung und Schau des reinen göttlichen Wesens, Seiner Namen, Eigenschaften und Handlungen aufzusteigen und dadurch Läuterung des Charakters, Reinigung und Kollabierung des Egoselbst, Befreiung der Seele und des Herzens zu erfahren und als Spiegel der Manifestationen zu dienen und andere auf diesen Weg zu führen im Rahmen der von den altvorderen Meistern gelegten Methoden, Praktiken und Maximen.“

Wer dies sucht, dem empfehle ich ebenfalls den Artikel Spiritueller Materialismus zu lesen.

Ist dies aber nicht etwas, wonach jemand sucht, sondern es besteht nur der Wunsch einzig ein frommes Leben zu führen, Anbetungen zu praktizieren, den eigenen Charakter hier und da zu korrigieren, ein normales einfaches Leben als Muslim zu pflegen und letztlich das Paradies zu erreichen, so ist der spirituelle Pfad keine Notwendigkeit für diese Person und vielleicht sogar gar nicht das, was sie sucht. Eine solche Person sollte sich fromme Freunde und eine fromme Gemeinschaft suchen, die sich gegenseitig im Guten unterstützt. Findet sie diese nicht, sollte sie sich die Unterrichte und Bücher anschauen, die sie von guten Menschen Online findet. Wenn das nicht möglich ist, sollte sie die Biografien der Ṣaḥāba, der Gottesfreunde und dergleichen lesen als Aufbauliteratur. [Achtung: nicht als Quelle für Handlungsnormen oder Handlungsanweisungen!] Sie sollte sich in Selbstdisziplin, in Ṣalawāt auf den Propheten, in Beschäftigung mit der Sunna und der praktischen Bücher des Taṣawwuf beschäftigen. Insbesondere Ṣalawāt heißt es, nach Imām al-Šaʿrānī und vielen anderen, ist der Erzieher jener, die keinen Erzieher haben. Dies wird einer solchen Person voll und ganz genügen und dies wird auch alles sein, was sie braucht. Findet sie obendrein noch einen guten Lehrer, der sie auf diesem Weg unterstützt, ist dies wunderbar. Eine Notwendigkeit ist er aber nicht. Hier gibt es aber Meinungsverschiedenheit unter der Gelehrten, denn einige sagen, dass auch hierfür ein Meister notwendig ist. Um dieser Meinungsverschiedenheit zu entkommen, gibt es viele Pfade, welche ich als die „Orientierungspfade“ bezeichne. Ich werde sie weiter unten genauer darstellen.

Der Gelehrte Scheich Aḥmad Zarrūq schreibt:

»Riyāḍa, – spirituelle Verausgabung, bedeutet, das Ego-Selbst zu erziehen, damit es sich die schönen Charaktereigen­schaften aneignet und von schlechten befreit wird. Dies ist der Bereich, auf den sich der Taṣawwuf spezialisierte. Da Sulamī in seinem Buch Ṭabaqāt al-Ṣūfīya versucht, dies ständig zu defi­nieren, das Fundament dessen herauszuarbeiten und diese Bemühung zu fundieren, ist es ratsamer, jene Angelegenheit aus seinem Buch zu erlernen. Dieses Buch sollte verbreitet und kritisch editiert werden. Dies gilt jedoch nicht für das Send­schreiben Qušayrīs (risālat al-qušayrī). Die spirituelle Bemühung aus dem Werk al-Qušayrīs zu entnehmen, ist sehr mühsam, gar unmöglich. Die Zusammensetzung seines Buches besteht überwiegend aus Anekdoten und partikularen Urteile, die keine definitive Autorität darstellen. Es ist aus den folgenden drei Gründen unmöglich, diese beiden Texte als Handbuch für spirituelle Methoden und der Reise heranzuziehen:

  1. Da die Fundamente nicht verifiziert werden und sie keine Systematik und Ordnung innehaben, neigt das Ego-Selbst dazu, in der spirituellen Bemühung diese zu ignorieren.
  2. Um diese Texte für die spirituelle Reise (Sulūk) verwenden zu können, benötigt der Anwender jemanden, der ihm seine Fehler und Mängel darlegt, ihn vor Zweifelhaftem warnt und der selbst fähig ist das Falsche vom Richtigen zu trennen. Dies kann ein frommer, tiefblickender Bruder sein oder ein aufrichtiger, vollkomme­ner spiritueller Lehrmeister sein.
  3. Sogar wenn die spirituelle Bemühung fruchten würde, so würde doch mit dem Erreichen ihrer Ziele das Ego-Selbst von seinen Behauptungen [wie etwa der Anspruch auf Göttlichkeit und Souveränität] nicht erlöst werden können. Die Erlösung hiervon, lediglich durch spirituelles Bemühen, ist komplex, wenn nicht unmöglich. Denn derjenige, der sich spirituell verausgabt, achtet und hört auf sein eigenes Ego-Selbst, um Schaden abzuwehren und Gutes hervor ­zubringen. Daher ist die Erlösung hiervon nicht möglich, außer durch einen spirituellen Lehrmeister. Aus diesem Grund haben die Fachmänner auf diesem Gebiet darauf hingewiesen, dass derjenige, der gedenkt, die spirituelle Bemühung auf sich zu nehmen, ausdrücklich einen Scheich benötigt. Und Allāh weiß es am allerbesten.«

Ist jemandem nun klar geworden, dass er diesen Pfad gehen will, stellt sich ihm die nächste Frage:

  1. Wie finde ich einen Scheich?

Ich stelle diese Frage vor die Frage: „Welche Methode/welcher Pfad ist für mich?“, da diese Frage meist eine untergeordnete Rolle spielt. Der Scheich ist nämlich Dreh – und Angelpunkt der gesamten Angelegenheit. Auch wenn er zur besten Schule gehört, kann er mangelhaft oder dergleichen sein. Findet jemand einen zugänglichen Scheich, der seriös und ernsthaft ist, dann spielt es keine Rolle ob es Naqšbandī, Šāḏilī oder Qadiri etc. ist – die Erziehung ist das wichtige.

Der realistische Ansatz für das Finden eines Meisters ist folgender: „Warum suchst du in Mekka und Bagdad, wenn dein Meister in Istanbul sitzt?“, fragten die Gottesfreunde in Istanbul jene, die sich lange Wege machten um ihre Meister zu finden. Die erste Frage also sollte sein: Was oder Wer befindet sich in meiner nächsten Nähe, worauf habe ich realistisch Zugriff in meiner jetzigen und zukünftigen Situation? So sehr ich hier auch gerne die „das Herz entscheidet sich“ und „Liebe-auf-den-ersten-Blick“-Geschichte erzählen würde, muss ich doch die bittere Realität präsentieren: Worauf/Auf wen hat die Person wirklich Zugriff? Wo besteht keine unüberwindbare Sprachbarriere? Wo bin ich nicht nur eine Nummer, eine Karteileiche?

Natürlich gibt es die Geschichte des Schams al-Tabrizi und Rūmī, von Romeo und Julia, von Leyla und Madschnun. Diese Geschichten sind schön um in Gefühlen der Nostalgie und Liebe zu schwelgen, aber ich persönlich bin im Kontext der Ṭarīqa eher für eine arrangierte Eheschließung, die auf realistischem Boden stattfindet. Ich empfehle niemanden darauf zu warten, eines Tages urplötzlich eine Vision oder einen Traum zu haben und diesem dann sein Leben lang hinterher zu jagen. Träume sind Schäume, Visionen sind Illusionen. Der Scheich, in den man sich auf ersten Blick verliebt, mag nie kommen und wird mit großer Wahrscheinlichkeit für die allermeisten auch nie kommen.

Das heißt, eine Person sollte sich in seiner Umgebung umsehen. Oft, insbesondere in unserem Sprachraum, wird jemand keinen anwesenden/präsenten Scheich in seiner Stadt/seinem Land finden. Das Internet hat aber die Toren geöffnet für eine größere Möglichkeit. Olivier Roy spricht über die Ṭarīqa in der Moderne, in denen Scheichs Kommunikationsmittel des Internets zur spirituellen Schulung verwenden. Das ist realistisch und kein Übel, ersetzt aber natürlich niemals die physische Präsenz des Meisters. Diese Präsenz ist unglaublich wichtig, sie ist das, was die Ṣaḥāba von den späteren unterschied. Die Präsenz des lebenden Menschen ist, so auch Scheich Muḥammad Maʿṣūm in seinem Maktūbāt, unabdingbar und kann nicht aufgewogen werden. Ist diese Gegenwart des Scheichs zunächst nicht auffindbar, gibt es sicherlich seine Schüler und eine Gruppe unter der Leitung des Scheichs. Wichtigste Regel aber, die nicht genug betont werden kann, lautet: Du. Darfst. Keine. Nummer. Sein.

Ich unterscheide zwischen zwei Ṭarīqas. Diese Unterscheidung mag mir nicht viele Freunde machen, doch ich stehe zu ihr voll und ganz: Orientierungspfade und Zielpfade.

Unter einem Orientierungspfad verstehe ich eine große Gruppe, die als Ṭarīqa auftritt, einen Scheich als Zentralpunkt hat, sich in einer spirituellen Tradition befindet und den Anhängern leichte/seichte Übungen oder sogar ernste Übungen aufträgt. Die Gruppe trifft sich einmal die Woche etc. Einzelne Mitglieder des Pfades haben keinen Zugang zum Scheich, sondern nur zu Mittelmännern, und der Zugang besteht entweder einmal im Jahr oder gar nicht. Keiner oder kaum einer der Anwesenden macht die gewöhnlichen ṣūfīschen Erfahrungen/Entwicklungen auf dem Pfad. Ich kenne Pfade, in denen pro forma einmal im Jahr der tägliche Ḏikr gewechselt wird, ob nun der gewünschte Effekt aufgetreten ist oder nicht. Diese Ṭarīqa fungiert im Sinne des von mir weiter oben beschriebenen, zweiten Wunsches nach allgemeiner Frömmigkeit. Es ist eine nette und gemütliche Gruppe, sie vermittelt leichte Spiritualität, bietet Orientierung im Leben, gibt eine Quelle für Wissen und Religion. Sie ist von großer Bedeutung und Wichtigkeit in unserer Zeit und vielleicht sogar vor unserer Zeit. Das einzige, was an diesen Pfaden vielleicht argwöhnisch betrachtet werden kann, ist, dass den Mitgliedern oft mehr gar nicht zugänglich ist, oder gar nicht mehr als das vermittelt wird, oder ihnen die Illusion gegeben wird, sie könnten hierdurch die oben erwähnte erste Form der Ṭarīqa erleben. Oft sind diese Ṭarīqa in „äußeren Kreis“ und „inneren Kreis“ eingeteilt. Der „innere Kreis“ ist der, welcher wirklichen Zugang zu dem Scheich hat und für welche diese Ṭarīqa dem ersten Ziel entspricht und meiner Beschreibung nach somit für diesen inneren Kreis ein „Zielpfad“ ist. Oft ist das ein erwählter Kreis – oder ganz einfach, die ersten die da waren und geblieben sind, bis die Ṭarīqa eine unkontrollierbare Größe erreichte.

Worüber aber eigentlich gesprochen wird in diesem Rahmen, wenn jemand den ersten Wunsch hat, ist jenes was ich als „Zielpfad“ beschreibe. Dieser Pfad arbeitet auf ein Ziel hin: den Schüler/Adepten/Murīd die Stufen der Entwicklung durchschreiten zu lassen und ihn zu seinem sogenannten vollkommenen und vervollkommnenden Menschen zu machen (al-insan al-kamil wa mukammil). Imām al-Šaʿrānī sagt, dass der Pfad um einen Scheich ab 300 Schülern seine kontrollierbare Größe verliert und das System kollabiert. Ein Scheich kann nicht mehr als diese Zahl der Schüler direkt erziehen. In einem solchen Pfad ist der Scheich vielleicht nicht besonders bekannt, und Bekanntheit spielt absolut gar keine Rolle. Wichtig ist: Du bist dem Scheich bekannt. Du bist keine Nummer. Du bist eine Person mit Namen. Du kannst den Mittelmann umgehen und direkt den Scheich anrufen/schreiben/treffen. Der Mittelsmann ist es nicht, dem du zur absoluten Treue verpflichtet bist. Der Meister selbst ist es. Diese Pfade können, wie in der Sprache der Ṣūfīs oft gesagt, als „Stein der Weisen“ bezeichnet werden. Sie sind existent, leben auch heute noch, nur ist das Finden allein schon eine Bemühung.

  1. Wie erkenne ich einen echten/wahren/angemessenen Scheich?

Meist erkennt die Person den Scheich entweder indem sie ihn trifft oder sich über ihn erkundigt. Ihn selbst direkt kennen zu lernen wird fast nie möglich sein, also damit meine ich, mit ihm solange zusammen Zeit zu verbringen, dass du ihn wirklich innig kennen lernst. Das geschieht über die Gesellschaft und die Jahre. Es ist oft nicht leicht zu erkennen, ob die Chemie zwischen Scheich und Schüler passt. Das ist eine ganz persönliche Angelegenheit.

Ein Weg, um die Vertrauenswürdigkeit herauszufinden ist, nachzusehen, ob (1) seine Schüler Wissend sind, (2) es Schüler in seiner Ṭarīqa gibt die wirklich Fortschritte auf dem spirituellen Pfad machen wenn sie die Regeln der Ṭarīqa einhalten und dabei die Normenlehre des Islams ernst nehmen (3) was die Gelehrten des Fiqh, die den Scheich kennen, über diesen Scheich sagen und (4) ob er von seinem Lehrer autorisiert wurde (! Sehr wichtig !).  Bei Punkt vier begegnen einen immer wieder Pfade, bei denen der Meister sagt, eine Seelenverbindung/Erscheinung etc. habe ihn autorisiert. Ich will dies niemanden absprechen und glaube an die Wahrhaftigkeit dieser Dinge, aber ich persönlich würde mich auf eine solche Zirkelschluss Begründung der Legitimität nicht verlassen.

Hinzu kommen noch Fragen wie (5) sprechen wir die gleiche Sprache oder ist mir ein geeigneter Übersetzer zugänglich? (6) Wie könnte ich den Scheich ohne Zwischenmann kontaktieren? (7) Ist es mir möglich, insbesondere als Frau, den Scheich zu sehen, zu begleiten und in seiner Gegenwart zu sein und von ihm zu profitieren? Oder bin ich, insbesondere als Frau, schon direkt auf dem Abstellgleis, eine Karteileiche? (7) Gibt es eine funktionierende Gemeinde von Schülern in dem Land/der Stadt/dem Dorf/der Umgebung? (8) Gibt es regelmäßigen Unterricht auf eine mir zugängliche Sprache, durch welche Grundlagen lernen können? Kann jemand all diese Fragen positiv beantworten, dann sollte keiner eine Sekunde zögern.

  1. Welcher Pfad ist für mich angemessen?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn es gibt keinen wirklich objektiven Maßstab dafür, welche Ṭarīqa besser ist oder welche für einen besser geeignet ist. Jedoch gibt es generell zwei unterschiedliche Pfade: Die Pfade der Seelenerziehung (ǧazba) und die Pfade der körperlichen Bemühung (riyāḍa wa muǧāhada). Der Naqšbandī Pfad beispielsweise ist ein Pfad, der von seinen Murīds viel Ḏikr verlangt, dafür aber keine körperliche Bemühungen die oft die goldenen Drei sind: wenig Schlaf, Essen/Trank und Reden. Andere Pfade wie z.B. die Šāḏilīs konzentrieren sich von Beginn an sehr stark auf äußerliche Verhaltensmuster und Bemühungen und später fokussieren sie sich auf die seelische Entwicklung. Alle Pfade haben beides, doch die einen legen ihre Gewichtung anders als die anderen. Daher muss hier jemand abwägen, was zu einem besser passt. Die einen pflegen intensiven lauten Ḏikr in der Gemeinschaft, die anderen meiden dies insgesamt.

Ich als Naqšbandī kann diese Frage nur schwer objektiv beantworten, da es klar ist, dass ich von dem Pfad der Naqšbandīs und ihrer Effizienz überzeugt bin, ohne den Pfad der anderen in irgendeiner Art gering zu schätzen. Jede Ṭarīqa hat das gleiche Ziel. Nur ihre Wege zu dem Ziel unterscheiden sich. Nach privatem Studium der Methoden der anderen und der Naqšbandīya muss ich vermeintlich objektiv sagen, dass der Pfad der Naqšbandīs sehr klar strukturiert und Zielorientiert ist. Ihren eigenen Angaben nach, ist der Murīd in kürzester Zeit fähig, die Stufen von Fanā und Baqāʾ ohne große Bemühung zu erreichen.

Der Weg der Šāḏilīs kommt diesem am nächsten, aber die Naqšbandīs zeichnen sich dadurch aus, dass sie von ihren Schülern am Anfang des Pfades nicht viel körperliche Bemühungen, Verausgabungen und Anstrengungen verlangen, was für diese Zeit für die meisten ein „Einstiegbonus“ zu sein scheint. Annemarie Schimmel wies auch darauf hin, dass der Naqšbandī Pfad in dieser Zeit aufgrund seiner Betonung der Normalität des Muslim-seins heraus sticht und großes Potenzial in sich birgt.

Das sind die mir bekannten Pfade und ich kann nur über sie sprechen. Wie es mit anderen Pfaden ist, liegt nicht im Bereich meines Wissens.

— Fortsetzung folgt —