Während Du zu guter Musik lauschst und am Kochen bist, geht dir das Herz sicherlich auf. Wehe aber, wenn die schimpfenden Mollas (hierbei bediene ich mich des Bildes des Molla/Faqīh in der Ṣūfī Literatur, der nur darauf wartet zu kritisieren, was er nicht kennt und versteht) oder Puristen dich dabei erwischen! Siehst du also beim Kochen in der Küche im Augenwinkel den Molla erzürnen – wie sein Gesicht zur Tomate wird und er nach der nächsten Peitsche greifen will, ruf: „Erwache Molla Efendi! Nimm diesen Leckerbissen, angeboten von der Theologenwürze und zubereitet vom meisterhaften hanafitischen Gelehrten ʿAbdulġanī al-Nablūsī und gesell dich zum rhythmischen Zwiebel schneiden!“ Und wer weiß, vielleicht tanzt auch er schon bald mit dir durch die Küche.


Frage: Was ist das Urteil Gottes hinsichtlich der Frage Musikinstrumente und gute Melodien zu hören?

Antwort: Wahrlich, wir haben das Hören des Gesangs und der Instrumente in zwei Arten, die wir überliefert haben, aufgeteilt:

(A) Jenes, was gehört wird in einer Versammlung in der Wein, Unzucht oder Homosexualität vorhanden ist sowie jenes, worin zu diesen dreien oder dem Berühren, Anschauen oder Küssen der Fremden aufgerufen wird. (B) Jenes, was nicht der ersten Kategorie entspricht.

Wahrlich, ist die Musik motiviert von verbotenem oder beabsichtigt sie die verbotenen Gelüste, oder bringt sie die verbotenen Gelüste, Neigungen und Wünsche als Bilder in das Gedächtnis, dann ist diese Musik verboten für all jene, die sie hören oder sehen. Jeder ist sich seiner eigenen Motive und Absichten am allerbesten bewusst. Daher wird dies als verboten erachtet, wenn in ihr oder der Versammlung dieses Verbotene vorhanden ist, oder wenn es einen anspornt dergleichen in sich selbst vorzustellen, oder den Wunsch hervorruft, dass dergleichen in dieser Versammlung geschehen würde. Das Aufrufen der anderen zu Haram ist selbst Haram.

Daher gibt es viele Schriften der Großgelehrten der Hanafiten in ihren Sendschriften an die Herrscher. In ihnen sagen sie, dass die Musikinstrumente keine Missachtung der Richtlinien der Scharia sind und dass dies bezeugt ist durch die Beweise und die Grundlagen der Scharia. Wir werden daher als Antwort geben was dies beweist und erklärt. Diese verbieten die Musikinstrumente und die gute Melodie nicht. Einzig dann ist es verboten, wenn es zusammen mit jenen Elementen gehört wird, die das Verbotene hören beinhalten. Dies wäre dann für eine Person nicht erlaubt. Wann ist es dann erlaubt? Wenn es in der Versammlung keinen Wein gibt, keine Unzucht, keine Homosexualität, kein Berühren, Schauen oder Küssen mit Lust jener, die nicht die eigene Frau sind oder die fremd sind (ġayr maḥram) und die Musik gute Motive und eine aufrichtige Absicht mit inner Reinheit, ohne in den verbotenen Gelüsten zu schwelgen – Gelüste wie Unzucht, Homosexualität, Wein oder etwas anderes, was berauscht, Drogen und dergleichen – mit der Kraft, den Zustand des Herzens zu bewahren und sich zu schützen irgend etwas zu tun, was Allah der Erhabene verboten hat. Wenn er seine Verteidigungskraft in seinem Herzen nutzt und sein Herz reinigt, so dass es nur noch das Erlaubte wünscht und diese Dinge nicht Grund dafür sind, dass Verbotenes in sein Herz eingegeben wird, ist es ihm erlaubt diese Musik zu hören. Jede Art dieser Musik ist erlaubt und nichts hiervon ist verboten und ihm ist nichts davon verpönt. Denn er ist im Moment des Hörens rein und sauber, innerlich und äußerlich, so dass die Musik ihn nicht zu den Dingen führt, die Allah der Erhabene verboten hat. All jene, welche von den edlen Prophetengefährten, den gesegneten Nachfolgern und den Gelehrten hinsichtlich der Musik überlieferten, war nur über ihre Motive und Absichten. Das Gute liegt in der richtigen Absicht.

Jene der ersten Generation und der späteren Altvorderen, welche die Musik verbaten, taten dies einzig aufgrund der Irreleitung die in diesem Versammlungen existierte. Es gibt keine Meinungsverschiedenheit unter den Gelehrten der Religion Gottes des Allerhabenen über diese Angelegenheit unter den edlen Gelehrten der islamischen Nation. Daher haben die Juristen Widerlegungen verfasst, um das Urteil zu korrigieren. Auch die wahren spirituellen Meister haben die Realität dessen dargestellt und die Widerlegungen verfasst, um das Urteil zu korrigieren.


Aus dem Kitāb al-īḍāḥ al-dalālȧt fī samāʿ il-ālāt.