In jedem biographischen Sīra-Werk finden sich Beschreibungen der Geburt des Propheten ʿalayhi salām, wobei es in unserer Zeit Mode geworden zu sein scheint, die Berichte über die Geburt des Besten aller Geschöpfe zu profanisieren, zu missachten, und als „Übertreibungen“ abzustempeln. Wie die Geburt des Propheten ʿalayhi salām von Ibn Kaṯīr beschrieben wird, ist nachfolgend zu lesen.

Vor einigen Jahren übertrug ich etwa die Hälfte der Sīra Ibn Kaṯīrs ausgehend von Le Gassicks Übersetzung ins Deutsche, welche leider nie veröffentlich wurde. Damit die vielen Stunden wenigstens einigen Interessierten Nutzen bringen, gedenke ich interessante Stellen abschnittsweise in unregelmäßigen Abständen zu veröffentlichen. Die Geschichte des Werkes, der Sīra Ibn Kaṯīrs, ist umstritten – es ist wahrscheinlich so, dass Ibn Kaṯīr nie wirklich eine Sīra verfasste, sondern spätere Editoren einfach die betreffenden Abschnitte aus seinem Geschichtswerk al-Bidāya wa-n-Nihāya zusammenstückelten und als eigenständiges Buch herausgaben. Fortfolgend nun, was gemäß Ibn Kaṯīr über die Geburt des Propheten ʿalayhi salām bekannt ist. Um einen Einblick in Struktur und Aufbau des Werkes zu geben wurden die Überlieferungsketten nicht gekürzt – und vielleicht wird manch ein Internettroll ausgehend davon seine Zitationsweise überdenken, denn schlicht zu behaupten Ibn Kaṯīr würde einen Ḥadīṯ überliefern reicht nicht aus, auch dann nicht, wenn man das betreffende Werk nennt, denn sein Werk ist mehr als komplex. Es ist beachtenswert, wie viel Hintergrundwissen nötig ist, um die Fülle von Information des Buches überhaupt zu verarbeiten.

Eine Beschreibung seiner gesegneten Geburt

 

Wir erwähnten bereits wie ʿAbd al-Muṭṭalib 100 Kamele opferte, da Gott ihn davor schütze seinen Schwur, welcher besagte seinen Sohn ʿAbd Allāh zu opfern, einlösen zu müssen. Dies war in Einklang mit dem, was er [d.h. Gott] seit alters her bestimmt und festgelegt hatte: Dass der nabī al-ummī, der des Lesens unkundige Prophet, das Siegel der Prophet und Herr aller Söhne Adams erscheinen würde. Wie bereits erwähnt errichtete er hiernach die Ehe zwischen ʿAbd Allāh und der vornehmsten Frau der Qurayš, Āmina bt. Wahb b. ʿAbd Manāf b. Zuhra az-Zuhriyya. Und als der Bräutigam seine Frau nahm und die Ehe mit ihr vollzog, wurde sie mit dem Gesandten Allahs ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam schwanger.

Umm Qattāl, Raqīqa bint Nawfal, die Schwester des Waraqa b. Nawfal, bezeugte das Licht zwischen ʿAbd Allāhs Augen, bevor er sich mit Āmina vereinte. Sie wünschte eigentlich, dass ihr dieses Licht übergeben werde, da ihr Bruder ihr viel der frohen Botschaft des Erscheinen Muḥammads berichtet hatte, und diese Zeit nah war. Aus diesem Grunde böt sie sich ʿAbd Allāh an. Einige fügen an: „[bot sich] zur Ehe an.“. Und dies ist wohl anzunehmen. Gott weiß es am besten.

ʿAbd Allāh jedoch widerstand ihr, und als das scheinende Licht zu Āmina nach Vollzug der Ehe übergegangen war, scheint er bereut zu haben, das Angebot Umm Qattāls ausgeschlagen zu haben. So ging er nämlich zu ihr zurück, um auf ihr Angebot zurückzukommen. Nun aber sagte sie ihm, dass sie keine Verwendung für ihn hätte, und er war traurig um ihren Verlust. Aus diesem Grunde dichtete sie bezüglich dessen die feinen und beredten Zeilen, welche wir oben anführten. Die keusche Enthaltsamkeit ʿAbd Allāhs ist jedoch nicht ihm anzurechnen, sondern dem Gottesgesandten. Dies spiegelt die Worte Gottes des Erhabenen wieder, da er spricht: „Allāh weiß sehr wohl, wo er seine Botschaft anbringt.“[1]

Die Überlieferung, welche über eine authentische Kette zu uns kommt nannten wir bereits. Es ist jene, in welcher der Gottesgesandte ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam sagt: „Ich wurde in Ehe geboren, nicht in Unzucht.“

Was hier ausgesagt werden will ist, dass nach der Empfängnis seiner Mutter der Vater verstarb, und er als Fötus in ihrer Gebärmutter fortdauerte. Derart wird es gewöhnlich verstanden.

Muḥammad b. Saʿd schreibt, dass Muḥammad b. ʿUmar, welcher al-Wāqidī ist, ihm ebenso wie Mūsā b. ʿUbayda al-Yazīdī und Saʿīd b. Abū Zayd, von Ayyūb b. ʿAbd ar-Raḥmān b. Abū Ṣaʿṣaʿa folgendes überlieferten: „ʿAbd Allāh b. ʿAbd al-Muṭṭalib zog mit einer Handelskarawane der Qurayš nach Ġazza, Als sie ihren Handel beendet hatten, kehrten sie um und zogen durch Medina. Dort schon war ʿAbd Allāh krank, und bat in der Gesellschaft der Banū ʿAdī b. an-Naǧǧār gelassen zu werden, da er mit ihnen verwandt war.

Er verblieb etwa einen Monat krank bei ihnen, während seine Freunde weiter nach Mekka reisten. Dort fragte ʿAbd al-Muṭṭalib nach dem Verbleib seines Sohnes ʿAbd Allāh, und man sagte ihm, dass jener krank sei und bei seinen Verwandten der Banū ʿAdī b. an-Naǧǧār zurückgelassen wurde. ʿAbd al-Muṭṭalib schickte seinen ältesten Sohn al-Ḥāriṯ zu ihm, doch als jener eintraf, fand er ʿAbd Allāh verstorben und im Haus von an-Nābiġa beigesetzt. So kehrte al-Ḥāriṯ zu seinem Vater zurück und berichtete ihm all dies.

ʿAbd al-Muṭṭalib, seine Brüder und Schwestern trauerten fürchterlich um ihren Verlust.

Zu jener Zeit war der Gottesgesandte ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam noch ein Fötus. ʿAbd Allāh b. ʿAbd al-Muṭṭalib starb im Alter von fünfundzwanzig Jahren.“

Al-Wāqidī versichert: „Dies ist der sicherste Bericht, welchen wir bezüglich des Todes und Todesalters ʿAbd Allāh zur Verfügung haben.“

Al-Wāqidī sagte auch: „Maʿmar überlieferte mir von az-Zuhrī, dass ʿAbd al-Muṭṭalib ʿAbd Allāh nach Medina schickte um dort Datteln zu kaufen. [Dort aber] starb er.“

Muḥammad b. Saʿd sagte: „Hišām b. Muḥammad b. as-Sāʿib al-Kalbī überlieferte uns von seinem Vater ebenso wie von ʿAwāna b. al-Ḥakam, dass sie beide sagten, dass ʿAbd Allāh b. ʿAbd al-Muṭṭalib starb, nachdem der Gottesgesandte 28 Monate alt war. Es wird auch gesagt er wäre sieben Monate alt gewesen.“

Muḥammad b. Saʿd schrieb: „Die erste Überlieferung ist sicherer, nämlich jene, dass er starb, während der Gottesgesandte ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam noch ein Fötus war.“

Az-Zubayr b. Bakkār sagte: „Muḥammad b. Ḥasan überlieferte mir von ʿAbd as-Salam, von Ibn Ḫarbuḏ, dass ʿAbd Allāh in Medina starb, als der Gottesgesandte zwei Monate alt war. Seine Mutter verstarb, als er vier war, und sein Großvater, als er acht war. Hiernach wurde er unter Obhutschaft seines Onkels Abū Ṭālib gestellt.“

Was al-Wāqidī als wahrscheinlicher erachtet, und auch Ḥāfiẓ Muḥammad b. Saʿd als sicherer erachtet ist, dass sein Vater starb, als der Gottesgesandte noch ein Fötus im Leib seiner Mutter war.

Dies ist der Inbegriff der Waisenschaft, und der höchste Rang des Waisentums.

In der Ḥadīṯ-Literatur finden wir die Worte: „und der Blick meiner Mutter, welche, als sie mich zur Welt brachte, ein Licht aus ihr hervorkommen sah, welches die Burgen von aš-Šām beleuchtete.“

Muḥammad b. Isḥāq schreibt, dass Āmina bt. Wahb, die Mutter des Gottesgesandten ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam, überliefert, dass ihr während ihrer Schwangerschaft mit dem Gottesgesandten eine Stimme sagte: „Du bist schwanger mit dem Herrn dieser Nation, kommt er nieder, so spreche die Worte: ‚Ich erbitte für ihn den Schutz des einen Gottes, [den Schutz] vor dem Übel aller Neider, [den Schutz] vor einem jeden Eidbrecher und herumtreiberischen Sklaven. Möge der Herr mich schützen, da er mit dem allmächtigen und glorreichen Einen ist, bis ich ihn vor mir sehe.‘ Der Beweis all dessen wird ein Licht sein, welches noch die Festungen von Buṣrā in Syrien erleuchten wird. Kommt er nieder, so nenne ihn „Muḥammad“, denn sein Name in der Thora ist Aḥmad, und die Bewohner der Himmel und Erden lobpreisen ihn [ḥamd]. In den Evangelien wird er Aḥmad genannt, und die Bewohner der Himmel und Erden lobpreisen ihn [ḥamd]. Sein Name im Koran ist ‚Muḥammad‘, ‚der viel Gepriesene‘.“

Diese Überlieferungen bedingen jedoch, dass sie eine Vision hatte als sie schwanger wurde, und dass [während ihrer Niederkunft] Licht aus ihr strömte, welches die Festungen Syriens erleuchtete. Als sie ihn sodann zur Welt brachte, sah sie mit ihren eigenen Augen tatsächlich eine Manifestation dessen, was ihr bereits wie hier berichtet gesagt wurde. Doch Gott weiß es am besten.

Muḥammad b. Saʿd schrieb, dass Muḥammad b. ʿUmar, welcher al-Wāqidī ist, ihn darüber informierte, dass Muḥammad b. ʿAbd Allāh b. Muslim ihm von az-Zuhrī nachfolgende [Überlieferung] überlieferte. Al-Wāqidī sagte auch, dass Mūsā b. ʿAbda ihm folgendes von seinem Bruder und Muḥammad b. Kaʿb al-Quraẓī überlieferte, ebenso wie ʿAbd Allāh b. Ǧaʿfar az-Zuhrī von seiner Tante Umm Bakr bt. al-Miswar von ihrem Vater; und ʿAbd ar-Raḥmān b. Ibrāhīm al-Mazanī und Ziyād b. Ḥašraǧ von Abū Waǧza, und Maʿmar von Abū Nuǧayḥ von Muǧāhid, und Ṭalḥa b. ʿAmr von ʿAṭāʾ von Ibn ʿAbbās. Die Überlieferungen korrelieren miteinander und mit anderen. All diese Überlieferungen besagen, dass Āmina bint Wahb sagte: „Ich wurde schwanger mit ihm [dem Gottesgesandten ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam] und er brachte mir nie Schwierigkeiten, bis ich ihn schließlich zur Welt brachte. Als sein Körper sich von dem meinigen trennte, entfuhr [meinem Körper] mit ihm ein Licht, welches alles zwischen Osten und Westen erleuchtete. Dann kam er nieder, ruhte auf seinen Händen, nahm mit festem Griff eine handvoll Erde und reckte sein Haupt gen Himmel.“

In einigen Überlieferungen heißt es auch: „Er kam nieder, ruhte auf seinen Knien, und mit ihm ein Licht, welches die Festungen und Märkte Syriens erleuchtete, sodass die Nacken der Kamele in Buṣra gesehen werden konnten, während er sein Haupt gen Himmel reckte.“

Al-Ḥāfiẓ Abū Bakr al-Bayhaqī schreibt, dass ihn al-Ḥāfiẓ Muḥammad b. ʿAbd Allāh darüber in Kenntnis setzte, dass Muḥammad b. Ismāʿīl von Muḥammad b. Isḥāq und Yūnus b. Mubaššir b. al-Ḥasan, von Yaʿqūb b. Muḥammad az-Zuhrī von ʿAbd al-ʿAzīz b. ʿImrān von ʿAbd Allāh b. ʿUṯmān b. Abū Sulaymān b. Ǧubayr b. Muṭʿim von seinem Vater, von Ibn Abū Suwayd aṯ-Ṯaqafī von ʿUṯmān b. Abū al-ʿĀṣ überliefert: „Meine Mutter erzählte mir, dass sie bezeugte wie Āmina bt. Wahb den Gottesgesandten in seiner Geburtsnacht zur Welkt brachte.“ Sie sagte: „Im Haus konnte ich nicht anderes sehen als Licht. Als ich aufsah, sah ich die Sterne so nahekommen, dass ich dachte sie würden auf mich niederfallen.“

Al-Qādī ʿIyād überliefert von aš-Šaffāʾ, der Mutter von ʿAbd ar-Raḥmān b. ʿAwf, dass sie dereinst Wehmutter [bei seiner Geburt] war, und sie eine Stimme hörte, welche, nachdem er ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam in ihre Hände fiel und ein Geräusch von sich gab, zu ihr sagte: „Möge Gott barmherzig mit dir sein!“ Und [sie überliefert,] dass ein Licht von ihm schien, durch welches die Festungen von Byzanz zu sehen waren.

Muḥammad b. Isḥāq schreibt, dass sie [Āmina] während ihrer Niederkunft ihr Sklavenmädchen zu ʿAbd al-Muṭṭalib schickte, da sein Vater starb, während sie mit ihm schwanger war. Es wird jedoch auch überliefert, dass ʿAbd Allāh starb, als der Prophet ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam 28 Monate alt war, und Gott allein weiß am besten, welcher Bericht wahr ist. [Dieses Sklavenmädchen] sollte ihm sagen: „Ein Junge wurde dir geboren, so sieh nach ihm.“

Als ʿAbd al-Muṭṭalib zu ihr kam, erzählte sie ihm von dem, was sie während seiner Niederkunft bezeugt hatte, ihr zuvor bereits eingegeben wurde, und welchen Namen zu vergeben ihr anbefohlen wurde.

Hierauf nahm ʿAbd al-Muṭṭalib ihn mit zu Hubal ins Innere der Kaʿba, stand und betete. Er dankte Gott dem Erhabenen und Allmächtigen, indem er folgende Verse sprach:

„Alles Lob sei Gott, der mir diesen feinen, wunderbaren Jungen gab,

Bereits in der Wiege führt er alle Knaben an; mit seiner Sicherheit betraue ich das von Säulen getragene Haus [Kaʿba],

Bis er zum jungen Mann heranwächst, ich ihn voll herangewachsen sehe.

Ich ersuche seinen Schutz vor allen Hassenden, Neidenden und Wankelmütigen,

vor allen blindwütig Handelnden, bis ich ihn beredt vorfinde;

Du bist jener, der im Koran erwähnt, sowie in wohlbekannten Büchern,

[Dein Name ist] „Aḥmad, geschrieben auf die Zunge.““

Al-Bayhaqī schrieb: al-Ḥāfiẓ Abū ʿAbd Allāh berichtete uns von Abū Bakr Muḥammad b. Aḥmad b. Ḥātim ad-Darābardī aus Marw, von Abū ʿAbd Allāh al-Būšanǧī, von Abū Ayyūb Sulaymān b. Salama al-Ḫabāʾirī, von Yūnus b. ʿAṭāʾ b. ʿUṯmān b. Rabīʿa b. Ziyād b. al-Ḥāriṯ aṣ-Ṣaddāʾī aus Ägypten, von al-Ḥakam b. Abān, von ʿIkrima, von Ibn ʿAbbās, von dessen Vater al-ʿAbbās b. ʿAbd al-Muṭṭalib, möge Gott ihn segnen, folgendes:

„Der Gottesgesandte ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam wurde beschnitten und mit abgetrennter Nabelschnur zur Welt gebracht. Sein Großvater ʿAbd al-Muṭṭalib war hiervon verwundert, hielt ihn für gut und sagte: ‚Dieser, mein Sohn, wird sicherlich wichtig sein.‘ Und so betrug es sich.“

Über die Authentizität dieser Überlieferung wird disputiert.

Al-Ḥāfiẓ Ibn ʿAsākir gibt sie in einem Bericht von Sufyān b. Muḥammad al-Maṣṣīṣī, über Hušaym, von Yūnus b. ʿUbayd, von al-Ḥasan, von Anas, wie folgt wieder:

Der Gottesgesandte ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam sagte: „Eine der Ehrungen Gottes war, dass ich beschnitten geboren wurde, so dass niemand meine Scham erblickte.“

Er [Ibn ʿAsākir] überliefert es hiernach über eine Kette über al-Ḥasan b. ʿArafa, über Hušaym.

Hiernach überliefert er es von Muḥammad b. Muḥammad b. Sulaymān, welcher al-Bāġandī ist, und sagt, dass ʿAbd ar-Raḥmān b. Ayyūb al-Ḥimṣī ihm von Mūsā b. Abū Mūsā al-Maqdisī überlieferte, dass ihm Ḫālid b. Salama ihm von Nāfiʿ, von Ibn ʿUmar überlieferte, dass letzterer sagte: „Der Gesandte Allahs ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam wurde beschnitten und mit durchtrennter Nabelschnur geboren.“

Abū Nuʿaym schrieb, dass Abū Aḥmad b. Muḥammad b. Aḥmad al-Ġitrīfī ihm von al-Ḥusayn b. Aḥmad b. ʿAbd Allāh al-Mālikī, von Sulaymān b. Salama al-Ḫabāʾirī, von Yūnus b. ʿAṭāʾ, von al-Ḥakam b. Abān, von ʿIkrima, von Ibn ʿAbbās, von seinem Vater al-ʿAbbās wie folgt überlieferte:

„Der Gesandte Allahs ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam wurde beschnitten und mit durchtrennter Nabelschnur geboren. Dies verwunderte seinen Großvater ʿAbd al-Muṭṭalib, jener fand Gefallen an ihm und sagte: ‚Dieser, mein Sohn, wird bestimmt dereinst bedeutsam sein.‘ Und so war es.“

Viele Autoritäten bestehen aufgrund dieser Überlieferungsketten auf der Richtigkeit für dieses Berichts. Manche behaupten gar, es sei massenüberliefert [mutawātir]. Dies ist jedoch umstritten.

Das Wort „maḫtūn“ [wie in dieser Überlieferung angeführt,] bedeutet „die Vorhaut entfernt zu haben, das Wort masrūr bedeutet „Die Nabelschnur von der Mutter getrennt zu haben.“

Al-Ḥāfiẓ Ibn ʿAsākir überliefert von ʿAbd ar-Raḥmān b. ʿUyayna al-Baṣrī folgendes: „ʿĀlī b. Muḥammad b. al-Madāʿinī as-Salmī überlieferte uns von Salama b. Muḥārib b. Muslim b. Ziyād, von dessen Vater, von Abū Bakra, dass Ǧibrīl [Gabriel] den Propheten ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam beschnitt, während er dessen Herz reinigte.“

Diese [Überlieferung] ist sehr ġarīb.

Es wird auch berichtet, dass sein Großvater ʿAbd al-Muṭṭalib ihn beschnitt und eine Feier abhielt, bei welcher er die gesamte Qurayš versammelte. Doch Gott weiß es am besten.

Al-Bayhaqī sagte, dass al-Ḥāfiẓ Abū ʿAbd Allāh uns von Muḥammad b. Kāmil al-Qādī berichtete, dass Muḥammad b. Ismāʿīl as-Salmī ihm von Abū Ṣāliḥ ʿAbd Allāh b. Ṣāliḥ, von Muʿāwiya b. Ṣāliḥ, von Abū al-Ḥakam at-Tanūḫī folgendes überlieferte: „Wenn jemandem der Qurayš ein Kind geboren wurde, so pflegte man es einer Frau der Qurayš bis zum kommenden Morgen anzuvertrauen. Sie pflegten einen umgedrehten Tontopf über das Kind zu stellen. Als der Gottesgesandte ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam geboren wurde, vertraute ihn ʿAbd al-Muṭṭalib einer bestimmten Frau an, und sie stellten ein umgedrehtes Tongefäß über ihn. Als sie am nächsten Morgen zu ihm kamen, stellten sie fest, dass das Tongefäß in Zwei gebrochen war und von ihm abgefallen. Derart fanden sie ihn, mit weit geöffneten Augen gen Himmel blickend. Als ʿAbd al-Muṭṭalib eintraf sagte man zu ihm: „Nie sahen wir einen Neugeborenen wie ihn! Wir sahen, dass das Gefäß über ihm in Zwei gebrochen war, und fanden ihn mit großen Augen in den Himmel blickend vor!“ Er sagte hierzu: „Gebt Acht auf ihn, Ich hoffe, dass er wichtig ist und Gutes bewirkt.“

Am siebten Tag brachte er ein Opfer für ihn dar und lud die Qurayš ein ihn zu sehen. Nachdem sie gespeist hatten fragten sie: „O ʿAbd al-Muṭṭalib, an welche Namensgebung deines geehrten Sohnes hast du gedacht?“ Er erwiderte: „Ich nannte ihm Muḥammad.“ Da fragten sie: „Warum hast du es nicht bevorzugt ihm einen Namen seiner Sippe zu geben?“ Er antwortete ihnen: „Da ich wollte, dass Gott ihn im Himmel preist, und seine Geschöpfe auf Erden.“

Die Linguisten sagen: „Was immer auch die Eigenschaften des Guten einschließt wird „muḥammad“ genannt.“

Wie der Dichter spricht:

Zu dir, tadellos wie du bist, habe ich mein Reittier getrieben, zu ihm, dem vorzüglichen, noblen Meister, dem einen „Muḥammad“ [Rühmenswerten].

Einige Gelehrten sagen, dass Gott der Erhabene und Allmächtige sie ermutigte ihn aufgrund seiner rühmenswerten Eigenschaften „Muḥammad“ zu nennen, damit Wort und Tat vereint werden, und dass der Name sowie das Manifest einander in Form und Wirken kongruent seien. Wie sein Onkel Abū Ṭālib dichtete, wobei diese Verse auch Ḥassān zugeschrieben werden:

Gott nahm einen Teil seines Namens ihm zu ehren für sich, da er [, des Thrones Herr] „Maḥmūd“ [der dem Ruhm gebührt] ist, wohingegen er „Muḥammad“ [der Rühmenswerte] ist.

Wir werden die verschiedenen Namen und Eigenschaften durch welche er ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam bekannt ist berichten. Diese sind evidente Eigenschaften und reine Vorzüge, Beweise seiner Prophetenschaft und Beschreibungen seines Ranges. All diese werden wir zum Ende seiner Biographie anführen, wenn Gott dies wohlgefällt.

Al-Ḥāfiẓ Abū Bakr al-Bayhaqī sagte, dass al-Ḥāfiẓ Abū ʿAbd Allāh ihm von Abū al-ʿAbbās Muḥammad b. Yaʿqūb berichtete, von Aḥmad b. Šaybān ar-Ramlī, von Aḥmad b. Ibrāhīm al-Ḥubalī, von al-Ḫayṯam b. Ǧamīl, von Zuhayr, von Muḥārib b. Diṯār, von ʿAmr b. Yaṯribī, von al-ʿAbbās b. ʿAbd al-Muṭṭalib:

Ich sagte: „O Gesandter Allahs, was mich dazu anhielt deiner Religion nachzufolgen war ein Zeichen deiner Prophetenschaft. Als du in der Wiege lagst, sah ich dich zum Mond flüstern, mit deinem Finger auf ihn zeigen. Er pflegte sich in eine jede Richtung zu bewegen, die du ihm vorgabst.“ Er ṣallallāhu ʿalayhi wa sallam antwortete mir: „Ich pflegte zu ihm zu sprechen, und er zu mir. Er pflegte mich vom Weinen abzulenken, und ich hörte ihn, wenn er sich vor dem Gottesthron niederwarf.“

Er [al-Bayhaqī] sagte hiernach: Er [Aḥmad b. Ibrāhīm Ḥubalī] überliefert nur diese eine Überlieferung und ist unbekannt.

[1] Koran: 6:124