„In meinen ersten Tagen als Adept [auf dem Pfad] führte ich alle Befehle meines Großmeisters Ḫawāǧa Muḥammad Baba Samasī quddissa sīrruhū aus. Er befahl mir, dem Weg des Gottgesandten – Frieden und Segen seien auf ihm – und seiner Gefährten – möge Allah mit ihnen zufrieden sein – zu folgen. So hielt ich mich an diesen Wunsch, zeigte darin meine größtmögliche Anstrengung und höchste Vorsicht. Ich besuchte weiterhin die Versammlungen der Gelehrten und hielt mich an ihre Ratschläge, las ihre Werke und handelte nach ihnen. Mit der Gnade Allahs – Erhaben und Makellos ist Er – zog ich Nutzen aus diesen.

Am meisten Nutzen jedoch brachte es mir, mit Herz und Seele Gott dem Erhabenen nah zu sein. Dies führt auf dem spirituellen Pfad am schnellsten zum Ziel. Diese Nähe geschieht, durch das Vergessen des Selbst, das Beten und Flehen, das Anstreben des Wohlgefallen des Erhabenen, das Erdrücken des Egoselbst und der Triumph darüber.
Sie gewährten uns eben wegen dies Einlass durch dieses edle Tor. Was wir fanden, fanden wir dadurch. An diesem Tor suchen sie bleiche Gesichter und abgenutzte Kleidung. Glänzende Gesichter sowie der Handel mit Seide sind an diesem Tor nicht zu finden. Ein Frommer haltet sich an den Weg der Wirklichkeit (ḥaqīqa), vergleicht sein Egoselbst mit der des Pharao und sieht es ums hundertfache niedriger als das des Pharao. Bedürftigkeit [vor Gott] und die Reinigung des Egoselbst sind nicht leicht, doch sie sind der Anfang um auf diesem Weg das Ziel erreichen zu können.
So verglich auch ich mein Egoselbst mit der gesamten Existenz und schritt diesen Pfad entlang. Ich konfrontierte es mit allem im Kosmos. In der Wirklichkeit erkannte ich, dass jegliche Schöpfung höher und besser als mein Egoselbst ist. Der Zustand überkam mich, so dass ich mein Egoselbst mit den restlichen Geschöpfen verglich und darüber reflektierte. Ich erkannte mich selbst als schwach und armselig. Dies reinigte jeglichen Rost und Schmutz in mir. Ich erkannte in jeglicher Existenz im Kosmos einen Nutzen, aber in meinem eigenen Selbst fand ich keinen. Hätte ich mich also nicht meinem Egoselbst entgegengestellt, es nicht erzogen und es verzogen mit seinen Wünschen und Trieben, dann hätten sie mich nicht durch dieses Tor gelassen, mir nicht diese Stufe gegeben und meine Triebseele hätte mir unglaublichen Schaden zugefügt.“

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