Heute veröffentliche ich eine Arbeit, an der ich seit etlichen Jahren sitze. Einerseits habe ich in meiner Freizeit viele Briefe des Imam Rabbani Ahmad Faruq al-Sirhindi übersetzt (schriftlich und etliche mehr mündlich in Unterrichten und Sitzungen) und andererseits waren viele Briefe in einer Auftragsübersetzung enthalten. Ich sammelte die Briefe in einem separaten Dokument und ordnete sie nach ihrer korrekten Reihenfolge.

So sammelten sich 500 Seiten an. Die Briefe des Imams wurden zu unterschiedlichen Menschen unterschiedlichen Standes geschickt. Seine Briefe beschäftigen sich sehr wenig mit politischen Fragen, mit wenigen Fragen der Glaubenspraxis und mit etlichen Fragen der Sufik und der Metaphysik.

Wie sollten diese Briefe gelesen werden? Es gibt ein Inhaltsverzeichnis und es gibt keine feste Ordnung und Reihenfolge, wie sie zu lesen sind. Man sucht sich ein Thema aus und fängt an zu lesen, oder man fängt einfach von vorne an. Wie man es auch macht, das Buch beinhaltet sehr viele Schätze.

Der Imām war der Begründer eines spirituellen Pfades, der mehrere Pfade (Naqšbandī, Ǧištī, Qādirī und Suhrawardī) zu einem einzigen Pfad band. Der Pfad wird Muǧaddidī (Mujaddidi) genannt und ist heute noch genauso am Leben wie damals. Das Buch dient denen, die auf diesem Pfad schreiten, als Handbuch – einerseits um ihre eigenen spirituellen Erfahrungen näher zu verstehe und andererseits um Leitung und Wegbegleitung auf ihrer Reise zu Gott dem Erhabenen zu erhalten.

Ich wollte sie hier teilen, da sie vielleicht dem einen oder anderen was bringen und dazu führen, dass mehr Menschen Interesse an diesem Pfad und seinem Meister haben.

Ich wünsche jedem viel Segen! <- DOWNLOAD

Die Briefe sind keine leichte Kost und ihre Übersetzung war und ist sehr schwer. Erst nach etlichen Jahren des Lesens verstand ich, dass ich nichts verstanden hatte. Meine alten Übersetzungen waren ein Stochern im Dunkeln – da mein Verständnis nicht ausreichte für die Briefe. Der Grund war, dass mir die Fachbegriffe des metaphysischen Tasawwuf in der Tradition des Shaykh Ibn al-ʿArabī fehlten. Ich bin zu der festen Überzeugung gelangt, dass ein jeder, der ohne das Kontextwissen um die Briefe herum und den Verlauf der Diskussionen um die besprochenen Themen innerhalb der Geistesgeschichte nicht kennt, sehr wenig von den meisten Briefen verstehen wird. Erst danach war es mir auch weitaus einfacher, die Briefe zu übersetzen und sie selbst auch wirklich zu verstehen.

ANMERKUNG: Einige dieser Übersetzungen sind entweder sehr alt, oder sehr ungenau. Die Übersetzungen basieren Großteils auf den Übersetzungen des Hüseyin Hilmi Işık aus dem Persischen, während die restlichen Briefe auf der Übersetzung aus dem Arabischen in das Türkische von Talha Hakan Alp basieren.

Die Übersetzung von Talha Hakan Alp ist dem Arabischen sehr viel näher, wenn auch hier und da das Arabische viel schärfer formuliert ist. Das Türkische ist da manchmal ungenau.

Im Vergleich dazu ist aber die Übersetzung des Hüseyin Hilmi Işık nicht eine wörtliche Übersetzung, sondern an vielen Stellen eher eine Interpretation. Ich persönlich hätte dies nicht als Vorlage für die Übersetzung der Briefe genutzt, doch die Briefe die hier zitiert sind, sind das Nebenprodukt der Übersetzung eines anderen Werkes. Dort werden viele Briefe vollständig angeführt.

Kommentare in eckigen Klammern [] sind Kommentare des Hüseyin Hilmi Efendi. Ich habe nicht alles, was ich als für das Maktūbāt selbst unnötig sehe, entfernen können. Daher können längere Kommentare sehr wohl unpassend erscheinen. Dennoch wurden die Inhalte der Briefe im Großen und Ganzen erfasst.

Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch. Bei Fragen und Unverständnis bitte mich, den Übersetzer, konsultieren. DIESES DOKUMENT IST JENSEITS VON FERTIG UND BENÖTIGT STARKE ÜBERARBEITUNG. Es ist weder vollständig korrigiert, lektoriert, beinhaltet sehr alte und schlechte Übersetzungen. Die Formulierungen sind manchmal jenseits von Gut und Böse. Hoffentlich sollten aber wenige inhaltliche Fehler da sein. Die minderen Vorlagen machte es nicht einfacher. Die Inhalte sind dennoch 95% korrekt, wenn auch nicht 1:1 in der Formulierung des Imāms.