Wieso, weshalb, warum? Warum eine neue Seite erstellen, obgleich es doch bereits gut abgeschmeckte Internetplattformen mit kompetentem Inhalt, an welchen man sich beteiligen könnte, gibt?

Die Antwort ist einfach. Ja, es gibt gut abgeschmeckte, stimmige Internetseiten mit seriösem Inhalt. Und ja, auf manchen dieser Seiten findet man auch Übersetzungen und Texte von uns – diese wird man dort auch weiterhin finden. Das ist wichtig und wird so bleiben. Diese Plattformen sind allerdings bereits stimmig abgeschmeckt. Sie versuchen fundiertes religiöses Wissen bezüglich des sunnitischen Islams der vier Rechtsschulen und zwei Glaubensschulen zu vermitteln und tun dies gut.

Manche Dinge aber, wie etwa literarische, historische oder auch theologische Kuriositäten haben dort keinen Platz. Auch Geheimnisse des Pfades zu Gott und Wein aus den vollen Krügen der Gotteskenner und -kennerinnen sind nicht immer mehrheitsfähig. Ebenso wenig bestimmte Texte, welche eine Tradition mehr betonen, als die andere. Wir möchten allein für unsere Schriften verantwortlich sein und keinen Kahn zum kentern bringen. Daher gibt es nun diese Seite, welche allerdings wohlbedacht gelesen werden sollte – denn zu viel Salz in der Suppe versalzt die Suppe!

Zudem soll bereits Heinrich Heine gesagt haben:

Es sind in Deutschland die Theologen,
die dem lieben Gott ein Ende machen.

In unserem schönen Deutschland und auf der ganzen Welt gibt es allerlei Menschen, die sich islamische Theologinnen und Theologen nennen – es vielleicht gar sind – aber fürchterliche Ansätze und Ansichten vertreten. Von Islamkritikerinnen und -kritikern und Islamexperten und -expertinnen ganz zu schweigen. Man findet diese samt ihrer mehr oder weniger fatalen Thesen künftig im Blog unter der Rubrik „Bitterlinge“ und „Fliegenpilze“. Diese, aber auch unsere geliebten Verbände und Verbandsfunktionärinnen und -funktionäre, den universitären Betrieb, die Wissenschaftslandschaft wollen wir zu gegebener Zeit berechtigt und professionell kritisieren, aber auch loben, um zum einen den Diskurs zu bereichern, aber uns zum anderen auch als islamische Theologinnen und Theologen der sunnitischen Orthodoxie ein- oder zweideutig positionieren. Wenn die Laiin oder der Laie nämlich in den Wald geht, um Steinpilze zu sammeln und versehentlich einen Bitterling mit im Körbchen hat, so wird sein gesamtes Pilzgericht ungenießbar. An Fliegen- oder Knollenblätterpilzen will sich erst recht niemand gütlich tun, denn das endet tödlich. Wir erachten es daher als unsere Pflicht aufzuklären, damit in erste Linie niemand stirbt und jeder eine gute Pilzpfanne hinbekommt. Den lieben Bitterlingen und Fliegenpilzen sei allerdings versichert: Wir erlassen bestimmt keine Fatwas gegen euch, rufen auch nicht zu eurer Ermordung auf [spart euch also das Verklagen 🙂 ]. Ihr seid Pilze, wie andere Pilze auch. Ihr habt jedes Recht im Wald zu stehen, erfüllt euren Zweck im Ökosystem und der Nahrungskette – nur verspeist sollt ihr nicht werden. Interessierte mögen euch beobachten, Fotos schießen, mit euch ihre Schwiegermütter vergiften… solange man weiß, womit man es zu tun hat, kein Problem!

Und keine Sorge: Sollte euch die Evolution packen, und ihr vom Giftpilz zum Trüffel mutieren, dann werden wir euch in höchsten Tönen loben, unseren Irrtum anerkennen und euch anpreisen!

Nun aber zur Bedienungsanleitung unseres Blogs:

1. Wir maßen uns NICHT an praktische Handlungsnormen festzulegen. Manche Beiträge sind schlichte Übersetzungen aus den Büchern mehr oder weniger gelehrter Menschen und dienen oft lediglich einem Aufzeigen der innerislamischen Vielfalt, Ambiguitätstoleranz, historischen Lage oder der Erheiterung. Wir erteilen keine Fatwas – denn das tut der Muftī. Die Laiin oder der Laie aber, darf nur der Fatwā folgen und nicht dem, was in Büchern und Übersetzungen irgendwelcher Texte von jener und jemen gefunden wird , wenn sie oder er nicht weiß, wie dies zu verstehen ist.

Lasst es Euch also schmecken, erheitert euch, lacht, weint, trauert, liebt uns oder hasst uns – aber versteht uns nicht falsch.

2. Beherzigt Regel Nummer eins!

3. Solltet ihr Kritik an unserem Blog haben, falsche Zitationen finden, euch angegriffen fühlen oder dergleichen: Schreibt uns! Obgleich wir Theologinnen und Theologen sind, wissen wir wie man gut isst und sind nett. Es lässt sich bestimmt alles klären, vielleicht gar ein gemeinsamer Kuchen backen.

4. Theologinnen und Theologen sind herzlich eingeladen an unserem Blog mitzuwirken, wenn sie dies wünschen. Vielleicht habt ihr ja ebenfalls tolle Gewürzmischungen oder schlicht ein Rezept, welches ihr mit anderen teilen wollt. Sollte euch ein unbekannter Bitterling in den Korb gefallen sein, sind wir natürlich ebenfalls für Euch da!

5. Sollten Euch manche Beiträge missfallen, weil sie zu „unislamisch“ sind, nicht dem „Umma-Gedanken“ entsprechen, einfach „astaġfirullāh“ oder ungewohnt: Dann macht euch entweder locker, denkt darüber nach und lernt daraus oder ignoriert es einfach. Wenn allerdings große Gelehrtinnen und Gelehrte, berühmte Denkerinnen und Denker oder einfach Geschichtsschreiberinnen und –schreiber Euch Unbekanntes kundtun, kann es manches Mal retroperspektiv äußerst erhellend sein über den Rand seines Suppentellers zu blicken und ein Dessert oder einen Espresso zu erspähen.

6. Sämtliche Rezepte sind erprobt und von uns als gut befunden. Für etwaige Hausbrände durch unsachgemäßes Köchen, Lebensmittelvergiftungen und alles erdenklich Schlimme haften wir nicht!

7. Habt Spaß – und wenn ihr könnt, dann schließt uns, unsere Familien, und alle Menschen in eure Bittgebete mit ein.